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Grundsteinlegung
Am 4. Dezember fand die Grundsteinlegung statt. Alle Lehrer und ein Großteil der Schüler versammelten sich auf dem Hof und lauschten den Worten von Frau Thies-Bötcher: "[...] Mit dem Anbau, der in den nächsten Monaten entstehen wird, beseitigen wir einen Teil unserer großen Platznot in unserem Schulkomplex. Wir schaffen die Voraussetzungen für eine Mensa, in der mehr Kinder als bisher ein warmes Essen erhalten können. Das Refectorium wird sich vergrößern, wir werden eine Bibliothek mit Computerarbeitsplätzen haben und Gelegenheit zur Recherche. Und wir bekommen weitere Räume für den Schulunterricht und den Nachmittag. Durch die Schulzeitverkürzung werden unsere Schultage länger und sich mehr und mehr in den Nachmittag hineinziehen. Ebenso muss man davon ausgehen, dass immer mehr berufstätige Elternpaare da sein werden und deren Wunsch nach einer Nachmittagsbetreuung für die jüngeren Schüler wird wachsen. Heute werden wir nun alle unsere guten Wünsche für den Neubau in eine Kiste verpacken und um Gottes Segen bitten. Die römische Jahreszählung bezog sich auf das Gründungsdatum der Stadt Rom: Ab urbe condita. Die neue Jahreszählung des Grauen Klosters wird heißen: Von dem Jahr an, als der Anbau für das Graue Kloster errichtet wurde. [...] Die Adventszeit und das bevorstehende Weihnachtsfest sind eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken und für eine gute Sache freigiebig zu spenden."
Auch Herr Gärtner hielt eine kurze Rede: "Die Schule Berlins umfasst vier Traditionen. Das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster in Mitte. Von dieser Schule lernen wir die bürgerlichen, zivilgesellschaftlichen und liberalen Traditionen des Berliner Bürgertums. Wir schmücken uns nicht damit, sondern fassen dies auf als Auftrag und Verantwortung. Die erste Schule, die jüdische Schüler in ihren Reihen begrüßen durfte, eine der ersten Schulen, die Mädchen unterrichtete. Das Evangelische Gymnasium in Berlin-Tempelhof. Hier lernen wir die freiheitlichen Traditionen Martin Luthers, Gewissensfreiheit und auch selbstkritisch für uns keine drückende Last der Leistungsanforderungen. Bildung für alle. Auch hier wartet viel auf uns.
Wir danken Gott für die befreiende Botschaft seines Sohnes Jesus Christus. Schließlich die dritte erweiterte Oberschule Berlin-Mitte, die seit 1958 nicht mehr Graues Kloster heißen durfte. Hier lernen wir die Traditionen der Widerständigkeit, der Widerständigkeit, sich als Klosteraner zu fühlen, obwohl man sich nicht so nennen durfte. Die Werte des Humanismus zu lehren und zu lernen in Offenheit und Schläue unter den Augen der Stasi. Und schließlich wir selbst, das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster in Wilmersdorf. Hier lernen wir, die Traditionen zusammenzufassen und das Beste daraus zu erhalten und weiter zu entwickeln. Freiheit und Verantwortung, Spiel, Gottesdienst und Unterricht, Humanismus und der Glaube an die Botschaft Jesu Christi. Unsere Verantwortung ist hoch. Damit wir nicht nur Traditionen bewahren, gilt es, sich täglich weiterzuentwickeln, mobil zu bleiben im Kopf und im Herzen. Und auch deshalb danken wir Gott für den neuen Anbau, für die neue Mensa, damit wir in dieser Entwicklung standhalten."
Große Worte für einen großen Anbau. Als nächstes kam aus jeder Klasse jemand nach vorne und überreichte einen Gegenstand, der in die Kiste gelegt wurde. Danach liefen alle begleitet von den Klängen vom Klosterblech zu der Stelle, wo der Neubau stehen wird. Feierlich wurde die Kiste mit den Botschaften an die Nachwelt eingemauert. Wir haben uns verewigt.
[aus "KlosterGeist" - mit freundlicher Genehmigung der Redaktion]
© 2010 Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster
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