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Online-Ausstellung
Aus dem Leben einer Klosteranerin
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Ilse Feddern-Bollensdorf (2004)
1933 wurde die damals 13-jährige Ilse Feddern in
die Mädchenklasse der Untertertia der Studienanstalt
am Berlinischen Gymnasium zum Grauen
Kloster eingeschult, das sich damals noch in der
Klosterstraße in den Räumen des alten Franziskaner-
Klosters in Berlin-Mitte befand. Sie hatte
vorher die Lutherschule, eine Oberschule und
ein Lyzeum, in Berlin besucht und diese mit sehr
guten Zensuren verlassen. Ilses Vater, Curt Feddern,
stand als Oberschullehrer am Berlinischen
Gymnasium von 1933 bis 1936 dem sportlichen
Bereich vor. Er war Nicht-Parteimitglied der
NSDAP, Nicht-Mitglied des NS-Lehrerbundes
und weigerte sich im Sommer 1936, dem Wunsch
oder "Befehl" des Direktors nachzukommen, die
nichtarischen Mitglieder aus der Ruderriege zu
streichen. Seitdem wird er als "politisch unzuverlässig"
bezeichnet.
Wenn Ilse an ihre Zeit als Schülerin des Berlinischen
Gymnasiums zum Grauen Kloster zurückdenkt,
so sind ihr vor allem die vielen Schulfahrten,
die ganz traditionell Fußwanderungen
mit dem Rucksack "auf dem Buckel" waren, in
Erinnerung geblieben: Die große Sängerfahrt im
Herbst 1934 in die Lüneburger Heide und nach
Hamburg, im Herbst 1936 in den Schwarzwald
und an den Bodensee, die kleine Sängerfahrt zu
Pfingsten 1937 ins Odertal, mehrere Ruderfahrten
in die Mark Brandenburg oder ihre Abiturfahrt
1938 durch den Harz mit der Ordinaria Hildegard
Schmiemann, die Chorkonzerte und die Studientage.
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Ilse Feddern (r.) mit Lore Dähne, beide Abitur
1939, Klosterstraße 74, im Hintergrund die
gotischen Fenster des Kapitelsaales
Auf dem Lehrplan standen zwar dieselben Fächer
wie heute, doch gestaltete sich die Wochenstundeneinteilung
mit anderer Gewichtung. Latein
wurde in der Oberprima noch sechs Stunden
und Alt-Griechisch acht Stunden pro Woche
unterrichtet. Englisch und Französisch standen
zwar ebenso auf dem Lehrplan, waren jedoch -
im Vergleich zu heute - von geringerer Bedeutung,
weshalb der Unterricht beispielsweise nur
einstündig, und auch sonnabends in der nullten
Stunde erteilt wurde. Doch ungeachtet des
umfangreichen Lehrpensums behielt Ilse ihre
Zeit am Berlinischen Gymnasium, die mit ihrem
Abitur am 3. März 1939 zu Ende ging, in schöner
und wehmütiger Erinnerung.
Ilse Feddern machte ihre Schulliebe zum Beruf
und unterrichtete mit Begeisterung Generationen
von Schülern als Oberstudienrätin in einer
Berliner berufsbildenden Oberschule, wo sie auch
ihren späteren Ehemann Fritz Bollensdorf kennenlernte.
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Ilse Feddern-Bollensdorfs Einsatz für das Berlinische
Gymnasium zum Grauen Kloster, nach der
Traditionsübernahme 1963 auch für das Evangelische
Gymnasium zum Grauen Kloster, könnte
nicht wirkungsvoller und intensiver sein. Sie hält
auch im neunten Lebensjahrzehnt Kontakt zu ehemaligen
und heutigen Klosteranern und Freunden
der Schule, verwaltet alle Adressen, Klassenlisten
und biographischen Geschehnisse der
Klosteraner, organisiert die monatlichen Treffen
der Vereinigung ehemaliger Klosteraner, arbeitet
für die Zeitschrift DAS GRAUE KLOSTER. Sie ist
seit ihrer Einschulung im Jahr 1933 für ihre Schule
tätig. Für Generationen von Schülern, Lehrern
und Eltern ist sie der Inbegriff einer Klosteranerin
und trägt deshalb den Spitznamen "Mutter
der Klosteraner".
Ilse Feddern-Bollensdorf
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Geburt: 3. April 1920
- seit 1933 Schülerin der Studienanstalt am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster
zum Grauen Kloster
- seit 1955 Helferin des Kassenführers der Vereinigung ehemaliger Klosteraner "Gajus"
Pohlmann, Abitur 1921, und Kassenprüferin
- seit 1958 Kassenführerin der VEK und Schriftführerin bis 1997 mit Ursula Hübel geb.
Zumpe, Abitur 1934, und später mit dem Schriftführer der VEK Dr. Georg Dybe, Abitur
1990, gemeinsam.
- seit 1965 Redaktionsmitglied der Zeitschrift DAS GRAUE KLOSTER
- seit 1979 im Vorstand der drei Stiftungen:
- Streitsche Stiftung des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster
- Stiftung Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster
- Lehrer-Witwen -und Waisenkasse des Berlinischen Gymnasiums
zum Grauen Kloster
- seit 2001 Mitglied im Kuratorium des Fördervereins Evangelisches Gymnasium
zum Grauen Kloster Berlin-Mitte
© 2012 Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster
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