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Online-Ausstellung
Welchen Auftrag haben Evangelische Schulen heute?
Festgottesdienst 50 Jahre Ev. Gymnasium / 425 Jahre Graues Kloster in der Tempelhofer Glaubenskirche (1999)
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Auszug aus dem Kirchengesetz über die Evangelischen Schulen vom 4. November 2005:
§ 1
- Der Auftrag der Evangelischen Schulen ist
im Evangelium von Jesus Christus begründet.
Die Evangelischen Schulen wollen die
Freiheit, Gemeinschaft und Verantwortung
erkennen lassen, zu denen Jesus Christus
befreit. Evangelische Schulen sind Ausdruck
der Verantwortung der Kirche im öffentlichen
Erziehungs- und Bildungsbereich.
- Die Evangelischen Schulen leisten in der
Aufnahme der Überlieferung, in der Gestaltung
gegenwärtiger Wirklichkeit und in der
Erarbeitung verantworteter Zukunftsentwürfe
ihren Beitrag zur Erziehung und Bildung
vom Evangelium her.
- Das Leben in der Schulgemeinschaft einer
Evangelischen Schule soll dazu beitragen,
dass Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen
und Lehrer sowie Eltern zu einem am christlichen
Glauben orientierten Lebensverständnis
finden, das zur Annahme der eigenen Person,
zur Offenheit im Umgang mit anderen
Menschen, zur Toleranz gegenüber Andersgläubigen
und zu verantwortlichem Handeln
in Kirche und Gesellschaft führt.
Evangelische Schulen
- ersetzen in bestimmten Bereichen den Staat in
seiner dienenden Funktion
- sie haben den Selbst- und Außenanspruch auf
einen bewussten und deutlichen Wertebezug
bei Bildungsfragen und im sozialen Umgang
der Beteiligten
- sind für die Kirche eine Möglichkeit, Einfluss auf
die Formulierung und Bewältigung bildungspolitischer
und sozialer Probleme zu nehmen
- setzen sich mit den Grundfragen der Gesellschaft
aus christlicher Sicht auseinander und
erweitern so die Reflexionsfähigkeit der Schüler
und Schülerinnen, aber auch die die ihrer
Lehrer und Lehrerinnen
- Evangelische Schulen vermitteln die christliche
Wertediskussion, indem sie ihre Schüler mit
reflektiertem Wertebewusstsein in die Gesellschaft
senden
- wollen einen Beitrag zur Moral- und Wertediskussion
in der Gesellschaft leisten und setzen
sich dafür sowohl mit den Wurzeln der Gesellschaft,
aber auch mit ihren Zukunftsperspektiven
auseinander
Eine Begründung für evangelische Bildungsarbeit
findet sich in Deuteronomium 6,20-25. Dort
heißt es:"Wenn dein Kind dich fragt, warum gibt es
diese und jene Vorschriften und Regeln im Leben, so
antworte ihm: Wir waren Zwangsarbeiter in Ägypten,
und Gott hat uns aus der Knechtschaft befreit. Und
nach diesem Erlebnis richten wir unser Leben aus."
Unsere Kinder treten also mit uns in einen Dialog
über unsere Geschichte. Unsere Worte und Taten
drücken aus, woher wir kommen, was unsere
Grundlagen sind, wer wir sind, warum wir so und
nicht anders handeln, wohin wir gehen, welches
unsere Pläne und Wünsche sind. Dies alles ist
Grundlage evangelischer Erziehung. Der Beitrag
unserer Schüler und Schülerinnen wiederum ist
der, dass sie uns erinnern an menschliche Möglichkeiten,
die wir aus dem Blick verloren haben,
an ein neues Leben, an eine unbefangene Weltsicht
jenseits unserer erwachsenen, vielleicht enttäuschten
Erwartungen. Das Stichwort heißt Vergegenwärtigung.
Evangelische Schulen wollen
Raum für Kommunikation schaffen und helfen,
ein Bewusstsein für moralische Werte und ein
gelebtes Christentum zu entwickeln.
Aus dem Impulspapier des Rates der EKD zu den
Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21.
Jahrhundert vom 1. Juli 2006:
"Auf Gott vertrauen und das Leben gestalten - evangelische
Bildungsarbeit als Zeugnisdienst in der Welt
verstehen.
Im Jahre 2030 ist Bildungsarbeit eines der wichtigsten
Arbeitsfelder der evangelischen Kirche. Sie führt Kinder
und Jugendliche an den christlichen Glauben und an
verantwortliches Leben aus Glauben heran. Sie bestärkt
Christen darin, in Familie, Beruf und Gesellschaft von
Gott Gutes zu sagen und den christlichen Glauben zu
bezeugen.
In kirchlichen wie in stattlichen Institutionen konzentriert
sich evangelische Bildungsarbeit auf die Beheimatung in
den Überlieferungen des Glaubens und auf die Dialogfähigkeit
mit anderen Religionen und Weltanschauungen.
Wo immer der evangelischen Kirche Interesse an evangelischer
Bildungsarbeit entgegentritt, wird sie diesem Interesse
nachzukommen suchen. Dabei erhofft sie nicht nur
Resonanz und Respekt, sondern auch die für den Umfang
dieser Arbeit nötige Refinanzierung."
(7.Leuchtfeuer-Impulspapier vom 1.7. 2006, S.77)
© 2010 Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster
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