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Schulkonzeption des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster
Überlegungen zu den pädagogischen Grundsätzen und Zielen an unserer Schule
Vorbemerkung
Die folgenden Ausführungen über die Konzeption unserer Schularbeit wurden im gemeinsamen Ausschuß der Schule, in dem gewählte Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter über Schulthemen und -konflikte beraten und entscheiden, erarbeitet nach eingehender Diskussion in den Gremien der Schule am 10.3.1994 von der Gesamtkonferenz angenommen.
Das Einverständnis der Leserinnen und Leser, daß mit Schülern, Lehrern usw. sprachüblich jeweils Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer wir betonen: als gleichberechtigt! gemeint sind, wird vorausgesetzt.
1. Geschichtlicher Hintergrund
Das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster ist ein altsprachliches Gymnasium und wird getragen von der Evangelische Kirche Berlin - Brandenburg - schlesische Oberlausitz.
Es steht in der Tradition des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster. Dieses gehörte zu den - vielfach in säkularisierten Klöstern gegründeten - Schulen des Bürgertums, die aus der Reformation hervorgegangen sind. Es war als städtische Schule durch die Verbindung von Staat und Kirche in Preußen und infolge der Geistlichen Schulaufsicht im protestantischen Sinne kirchlich. Als solches bot es einem freien, aufgeklärten, erst durch den frühen, dann durch den Neu-Humanismus geprägten christlichen Geiste Raum. Dieser wurde unter den veränderten historischen Bedingungen seit Ende des 19. Jahrhunderts schwächer. Als Stätte des Bildungsbürgertums blieb das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster eine Schule humanistisch-altsprachlicher Prägung. Es gab an ihm in der Zeit des Nationalsozialismus Diffamierung und Ausschluß jüdischer Schüler, aber auch Lehrerpersönlichkeiten, die dem damaligen Ungeist wiederstanden. Nach Zerstörung der alten Gebäude im Bombenkrieg erlebte die Schule den Sozialismus der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, unter dem die Schulform und 1958 der Name in Berlin-Mitte abgeschafft wurden.
Ende 1962 wurde die Tradition dieses Gymnasiums mit dem 1949 gegründeten altsprachlichen Evangelischen Gymnasium im Westteil der Stadt verknüpft. Die Gründung dieser Schule innerhalb eines neu entstehenden umfassenden Berliner Evangelischen Schulwesens entsprach der kirchlichen Situation nach dem Krieg: Man meinte, es sei im Interesse der Kirche wichtig, sich intensiv mit dem Ursprung in der Antike und ihre damalige und spätere Auseinandersetzung mit deren Geistesströmungen zu besinnen. Sie müsse die eigene Position immer neu hinterfragen und befähigt werden, ihrer Jugend den Weg zu einem Menschsein zu zeigen, das eine so vertiefte und überprüfte christliche Überzeugung in die Praxis umzusetzen sucht.
Das sind Elemente, für die die besten Voraussetzungen in der altsprachlichen Form der Schulbildung gegeben sind, auch wenn den Schülern deren Wert erfahrungsgemäß häufig erst nach Abschluß ihrer Schulzeit deutlich wird. Denn sie bietet, um nur wenige Stichpunkte zu nennen, eine intensive Beschäftigung mit der Struktur von Sprache, ein exaktes Arbeiten am Sprachdenken und eine Einarbeitung in ein Kulturgut, das zwar fern, bis heute in unserem abendländischen, besonders im biblischen und kirchlichen Denken aber präsent ist, das theologische, philosophische, naturwissenschaftliche, geschichtliche und künstlerische Aspekte betrifft und deren Problemstruktur mit besonderer Klarheit erkennen läßt. Wir wollen uns mit Hilfe eines solchen Rüstzeugs den heutigen Herausforderungen stellen und der Frage nachgehen, was die persönliche Einstellung zum Gottesglauben, eine christliche Kirche und das Engagement in ihr bedeuten können.
Kirchliche Schularbeit basiert heute auf den in der Kirchengeschichte durch viele Irrungen und blutige Auseinandersetzungen hindurch errungenen, für den christlichen Kulturkreis bestimmend gewordenen Nebeneinander von Kirche und Staat. Zu diesem bietet die Kirche ein im besten Fall partnerschaftlich bejahtes Gegenüber, und das Spannungsfeld zwischen beiden macht freie Verantwortlichkeit im Angesicht Gottes erst möglich. Zu den uns verpflichtenden und tragenden Traditionen gehört neben der jüdischen und kirchlichen die Antike. Als für uns tragend sehen wir auch die neuzeitliche Demokratie. Durch die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts bis hin zum Holocaust hat unter den geschichtlichen Voraussetzungen unserer Existenz, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, die Beziehung zwischen Judentum und Christentum und zwischen Israel und Deutschland eine besondere Bedeutung.
So gilt für das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster der Bildungsauftrag des allgemeinbildenden Schulwesens in Berlin, der aber dadurch modifiziert ist, daß es zugleich Teil des hiesigen evangelischen Schulwesens ist. Nach dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, welches das Recht zur Errichtung von freien Schulen gewährleistet, untersteht das Schulwesen insgesamt staatlicher Aufsicht, gibt es aber kein staatliches Schulmonopol. Die Evangelische Kirche Berlin - Brandenburg - schlesische Oberlausitz nimmt - so ihr kirchliches Schulgesetz vom 4.11.2005 - durch ihre Schulen, die anerkannte freie Schulen im Sinne des Berliner Privatschulengesetzes sind, eine eigene Verantwortung im öffentlichen Erziehung- und Bildungsbereich wahr.
2. Die Bildungsaufgabe
Schule hat auf ein späteres selbstständiges, möglichst zufriedenstellendes Leben vorzubereiten. Damit ist nicht nur das Vorwärtskommen des einzelnen, sondern auch seine Vorbereitung auf eine ihn erfüllende spätere Tätigkeit gemeint, die immer auch Dienst an der Gemeinschaft sein wird. Er soll ein mündiger Bürger werden, der für demokratische Gestaltung des politischen Lebens eintritt. Aber auch in der Schulzeit soll bereits für alle Beteilgten ein sie in diesem Sinn forderndes und befriedigendes Leben möglich sein.
Beides ist Aufgabe einer Allgemeinbildung, die sich noch nicht auf die besonderen Berufswünsche der einzelnen spezialisiert und nicht nur Fachkenntnisse vermittelt, sondern auch das Allgemeinmenschliche zum Thema hat und die Schüler zugleich als Menschen zusammenzuschließen versucht: gleich, welcher sozialer, nationaler oder kultureller Herkunft und welchen Geschlechts sie sind.
In der Schule geht es vor allem um Vermittlung und Aneignung von Wissen. Für die allgemeinbildende Schule ist - differenziert nach Alters- und Klassenstufen - die Beschäftigung mit einem breiten Spektrum von Fächern verpflichtend. Die Wissensvermittlung durch die Lehrer und die Arbeit der Schüler müssen von Anfang an entsprechend den altergemäßen Voraussetzungen geistige Vertiefung und Auseinandersetzung einschließen. Die Bereitschaft, voneinander zu lernen, und der Mut zum begründeten eigenen Urteil sind zu fördern.
Der Umgang unserer Schule mit dem umrissenen Bildungsziel wird dadurch modifiziert, daß wir eine der Schulen der Evangelischen Kirche sind. Diese - so steht es in dem Kirchlichen Schulgesetz - wollen die Freiheit, Gemeinschaft und Verantwortung erkennen lassen, zu denen Jesus Christus befreit, und dazu beitragen, daß Schüler, Lehrer und Eltern zu einem am christlichen Glauben orientierten Lebensverständnis finden, das zur Annahme der eigenen Person, Offenheit im Umgang mit anderen Menschen und verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft führt.
In unserer Schule sollen nicht nur Kenntnisse, Urteilsfähigkeit, Verhaltensweisen und Modelle des Engagements in der Welt für künftige mündige Staatsbürger, sondern auch für mündige Glieder der Kirche vermittelt werden. Schulbildung soll bei uns darüber informieren und verständlich machen, was man als Christ in der heutigen Welt zu seiner Orientierung im persönlichen Leben und bei Übernahme öffentlicher Verantwortung wissen muß und wie man in der eigenen Urteilsbildung und im praktischen Verhalten mit solchem Wissen umgeht.
Bei uns unterrichten Lehrer, die der Evangelischen Kirche angehören, aber persönlich sehr verschiedene Einstellungen zu Glaubensfragen haben. Bei der Aufnahme der Schüler ist uns die bewußte Entscheidung der Eltern für die Ziele und Aufgaben unserer Schule wichtig. Nichtzugehörigkeit der Eltern zu unserer Kirche ist kein prinzipielles Hindernis, obwohl die Frage nach der Mitgliedschaft gestellt wird und bei der Auswahl eine Rolle spielen kann. In jedem Fall ist die Beziehung auch unserer Schüler zur Kirche sehr unterschiedlich. Sie verändert sich nicht selten während der Schulzeit.
Da Allgemeinbildung den ganzen Menschen betrifft, ist die Arbeit an unserer Schule nicht nur auf intellektuelle, sondern auch auf musische und sportliche Tätigkeit und auf den Sinnzusammenhang zwischen den verschiedenen Fächern ausgerichtet.
Diese Schule hat ein altsprachliches Profil. Aber das schließt ein, daß unsere Schüler vor dem Hintergrund einer Reflexion über Sprachstrukturen und über die literarischen und künstlerischen Wurzeln unserer Kultur auch moderne Sprachen, vor allem die heutige Weltsprache Englisch lernen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, sich mit der angloamerikanischen Kultur intensiv zu beschäftigen, an der Diskussion aller heute weltweit erörterten Probleme zu beteiligen und zu verständigen. Sie benötigen eine Orientierung über die geschichtlich bedingten Voraussetzungen und Aufgaben der Gegenwart. Dazu gehören neben dem Fach Geschichte die geschichtlichen Teile des Unterrichts in einer ganzen Reihe von Fächern. Ebenso wichtig scheint es uns, daß sie die Grundlagen der heutigen Naturwissenschaft kennenlernen und sich mit dem von ihr bestimmten modernen Weltbild auseinandersetzen. Auch sofern Spannungen zwischen Glauben und Wissen bestehen bleiben, sollte ihnen deutlich werden, daß sich Gottesglaube und Aktivität in der Kirche mit naturwissenschaftlichem Denken vertragen. Die Information über die Fragen, die bei der Beschäftigung mit den Sinnzusammenhängen aufbrechen, ihrem Verständnis und der Auseinandersetzung mit ihnen dient an einer kirchlichen Schule besonders der Unterricht im Pflichtfach Religion. Er soll die Schüler vor allem mit dem Evangelium und seiner Bedeutung für eine christliche Ethik vertraut machen.
Als kirchliche Schule halten wir eine Information und geistige Auseinandersetzung über die menschlichen Grundeinstellungen für unabdingbar, durch welche unser Handlungsrahmen und der Sinn, den wir im Leben erblicken, von Grund auf bestimmt wird. Jenseits dessen, was wir wissen können, ist - ob bewußt wahrgenommen und als Inhalt eines religiösen Glaubens gepflegt oder nicht - der Grund für das zu suchen, was wir als unseren Lebenssinn betrachten. Auch an diesem Thema haben wir ehrlich und selbstkritisch gemeinsam zu arbeiten. Dessen bedarf es umso mehr, als Erwachsene sich zunehmend hilflos fühlen gegenüber der Aufgabe, ihren Kindern Orientierung und eine Lebensperspektive zu vermitteln. Bei Sinnfragen, die jeden beschäftigen, sehen wir in der Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben und dem Angebot kirchlicher Gemeinschaft eine wichtige Möglichkeit, Orientierungshilfen zu gewinnen. In all diesen Fragen ist das Lernen, das Hören auf anderslautende Auffassungen, das Entwickeln eigener Gedanken und - auf dieser Basis - die Fähigkeit zu Diskussion und fundierter Kritik bis hin zum Hinterfragen mancher moralischer, religiöser und gesellschaftlicher Konventionen einzuüben.
Wissensvermittlung und -verarbeitung erfordern neben Lern- und Leistungsbereitschaft auch Kreativität bei Schülern und Lehrern. Wir möchten, daß die persönliche menschliche Entwicklung der Schüler mit ihren individuellen Begabungen und Interessen im Zusammenspiel mit den Gegebenheiten und Anforderungen der heutigen Realitäten das Zentrum unseres Schullebens ist. An das, was sie denken, können und wollen, ist anzuknüpfen. Sie selbst sind es, auf deren Lernen und auf deren Beschäftigung mit den Themen es ankommt. Sie müssen die Hauptakteure im Schulalltag sein. Motivation durch Lehrer ist ein Versuch, ihnen über Schwierigkeiten, ein eigenes Interesse an den Sachen zu entdecken, hinwegzuhelfen. Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer lernen durch den Unterricht.
Eine diese Zielvorstellung nicht beachtende Sollerfüllung nach einem objektiv gültigen Lehrplan wäre verfehlt und ist auch undurchführbar. Lehrer und Lerngruppen sollen sich bei uns ermutigt fühlen auszuloten, wie es möglich ist, die für uns geltenden Rahmenpläne unter Beachtung der fachlichen Notwendigkeiten und der Versetzungs- und Abiturbedingungen als das zu nehmen, was sie sein wollen: als einen Rahmen für eine bei aller notwendigen Sachbezogenheit zugleich auch auf die einzelnen Schüler und die Lerngruppen zugeschnittene Bildungsarbeit. Sie sollen mit gutem Gewissen Möglichkeiten nutzen, die für eine freie Gestaltung bestehen.
Unsere Vorstellung von einer erstrebenswerten Schule widerspricht Tendenzen, ein Zentralabitur einzuführen. Denn die Notwendigkeit, sich auf zentral gestellte Aufgaben einzustellen, würde die Möglichkeit der Lehrer, den Erfordernissen der jeweiligen Schülergruppe gerecht zu werden, noch mehr beschränken. Die Verfasser der zentral gestellten Aufgaben wären mit dem Ziel, der primären Motivation gerecht zu werden, die in der Individualität der Schüler ihre Quelle hat, überfordert. Die Gerechtigkeit, die durch sie erreicht werden könnte, wäre, wenn unserer Interpretation der Bildungsaufgabe zuzustimmen wäre, eine nur scheinbare.
Die Möglichkeit der Lehrer, jedem einzelnen Schüler gerecht zu werden, hat in Klassen mit z.T. über dreißig Schülern enge Grenzen. Dennoch hat der Einzelne ein Anrecht darauf, als der, der er ist, wahrgenommen zu werden. Im Schulalltag wollen wir versuchen, auch die zurückhaltenderen Schüler zu einer ihnen gemäßen Aktivität zu ermutigen. Auch der Lehrer soll in seiner Arbeit an dieser Schule Erfüllung finden, aber er muß sich zurücknehmen, wo dies für die Entfaltung der Schüler nötig ist. Unterricht wäre freilich ohne eine größere Zahl still Mitarbeitender schwer möglich.
Bei einer wirklich allgemeinen Schulbildung dürfen wir nicht übersehen, daß der geistig Lernende immer zugleich jemand ist, der das Gelernte ausübt und ausprobiert. Diese Bildung belehrt nicht nur, sondern zielt auf ein Verhalten, das das Gelernte in die Tat umsetzt. Insofern ist sie Erziehung, namentlich Erziehung zu Verständnis und Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Sie muß für alle am Schulleben Beteiligten - Lehrer, Schüler und Eltern - vor allem Selbsterziehung zu bewußt ausgeübter Verantwortung und Freude an einem sinnerfüllten Leben in unserer Gesellschaftsordnung und in der Kirche sein.
Verantwortung trägt später und schon in der Schulzeit in vollem Umfang jeder einzelne selbst. Verantwortung vor dem eigenen Gewissen und vor Gott dürfen an einer kirchlichen Schule, wenn diese ihren Namen verdienen soll, keine Fremdkörper sein. Die Schüler einer Klasse und unserer ganzen Schule sind eine Verantwortungsgemeinschaft, die den Gedanken der christlichen Nächstenliebe zur Richtlinie hat und in der man weiß, daß diese nur Gedeihen kann, wo Menschen an die Aussage des Evangeliums glauben können, Gott akzeptiere sie so, wie sie sind.
Die Disukussionfähigkeit und das Hinterfragen geltender Normen müssen sich praktisch als Toleranz und weiterhelfendes Verständnis für den anderen bewähren. Alle Glieder der Schulgemeinde sollten lernen, ihre Aufgaben in der Gemeinschaft zu erfüllen, und sich dabei aus der Kraft des Evangeliums um die Herstellung von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden, Gleichberechtigung und besonders um den Abbau von Vorurteilen bemühen.
Da es zu unserem Verständnis von Bildung gehört, daß die Schüler sich gegenseitig in ihrer Unterschiedlichkeit annehmen, kommt auch der Integration behinderter Schüler eine Bedeutung zu. Die Erfahrungen zeigen, daß im Zusammenleben mit ihnen nicht nur diese, sondern auch die anderen in ihrer emotionalen und geistigen Entwicklung reifen. Soweit es uns möglich ist, wollen wir deshalb versuchen, über die bisherigen Einzelfälle hinaus behinderte Schüler zu integrieren. Auf Verbesserung auch der erforderlichen Rahmenbedingungen wollen wir hinarbeiten.
Der Unterricht und das Schulleben sollen eine Beziehung haben zu der Welt außerhalb der Schule. Familie, Schulklasse und Schule insgesamt stehen für Verantwortungsgemeinschaften anderer Art: Wir hoffen, daß sich die Schüler auch nach der Schulzeit als christliche, tolerante, demokratisch und sozial verantwortlich denkende Menschen bewähren werden.
Gemeint ist dabei auch kirchliche Verantwortlichkeit im Dienst des Reiches Gottes. Wie für Staat und Gesellschaft andere Schulen, so ist für die Kirche ein Evangelisches Gymnasium eine Art Schaltstelle zwischen ihr selbst und dem, was junge Menschen heute bewegt. Wir haben als Kirche hier die Chance, dem wirklichen Denken der jungen Menschen nahe zu sein und von ihnen etwas für das theologische Profil unserer Kirche zu lernen. Wir wünschen uns, daß sie diese Möglichkeit nutzt. Denn sie muß ihre alte Botschaft stets wieder neu denken und sich auf jeweils neue Fragen einstellen, wenn sie die Menschen erreichen will.
Wir versuchen eine Erziehung zur Offenheit gegenüber Andersdenkenden und Minderheiten. Wir wollen eine lernbereite Aufgeschlossenheit pflegen gegenüber den fremden Kulturen, die uns heute schon in unserer unmittelbaren Nähe täglich begegnen. Wir müssen lernen, mit den Menschen, die aus ihnen stammen zusammenzuleben und mit den Spannungen, die dabei auftreten können, umzugehen.
Die Auseinandersetzung mit den Fragen, die das Verhältnis des Christentums und der Deutschen zum Judentum betreffen, betrachten wir nach dem, was in der Kirchengeschichte Christen und besonders in der Zeit des Nationalsozialismus Deutsche den Juden angetan haben, als zentral für unsere christliche Selbstbesinnung.
Wir versuchen in unserer Schule teilzunehmen an den politisch-wirtschaftlichen und religiösen Auseinandersetzungen unserer Zeit bis hin zur Sorge um die Bedrohung unserer natürlichen Umwelt und an den Bemühungen zur Abhilfe für die Probleme.
Wir sind uns bewußt, daß wir bei all diesen Zielen anzuknüpfen haben an das, was in den Familien vor sich geht, von den Eltern in den Kindern bereits entwickelt wurde, welchen Rückhalt sie zuhause haben, und auch, wie dort über die Schule gesprochen wird. Wir brauchen eine enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, in der zugunsten der Kinder ein offener, intensiver Dialog unerläßlich ist.
3. Das Schulklima
Das Klima an jeder Schule ist so gut oder schlecht wie die Menschen - Lehrer, Schüler, Eltern -, die sie gestalten und mit Leben erfüllen. Das Leben an einer evangelischen Schule sollte durch christliches Verhalten, und das heißt: durch Nächstenliebe bestimmt sein: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Nächstenliebe basiert darauf, daß wir uns, die wir aus der Gnade Gottes leben, ehrlich anzunehmen lernen, mitsamt unseren - wirklichen oder eingebildeten - Vorzügen und Fehlern und auch mit den unterschiedlichen Behinderungen, die uns hemmen. Und sie bedeutet, daß wir den anderen so ansehen und behandeln, wie wir von ihm gesehen und behandelt werden möchten. So wird auf Seiten der Lehrer, Schüler und Eltern verstärkte Selbstkontrolle und gegenseitige Ermunterung, Respekt, Höflichkeit und damit ein Umgangston möglich, für den es verständlich ist, daß man einander zuhört und aufeinander eingeht. Wir bemühen uns nicht um unrealisierbare Verhaltensweisen und müssen den bewußten Umgang mit unseren Schwächen und Fehlern lernen, wobei wir von den Grenzen unserer menschlichen Möglichkeiten wissen. Aber gerade auch so erscheint dies noch vielen als beinahe utopisch. Das muß nach unserer Überzeugung nicht so bleiben.
Suche und Bejahung der eigenen Identität in ihrer Besonderheit, die wir als von Gott gegeben und mit der wir uns als von Gott akzeptiert betrachten dürfen, ist der Ausgangspunkt für jeden einzelnen in unserer Schulgemeinde. Dies in ihr zu entfalten, ist keine leichte Aufgabe, zum einen, weil er mehr oder weniger zufällig in die Schule und seine Klasse bzw. Gruppe hineingekommen ist, zum anderen, weil die Identitäsbildung während der Schullaufbahn noch im Gang ist. Eltern und Schüler haben recht, wenn sie von einer kirchlichen Schule erwarten, daß man hier zumindest versucht aus Verantwortung für den Nächsten auf jeden Schüler individuell einzugehen. Wie die Lehrer können auch die Schüler sich leichter mit der Schule identifizieren und sich zugleich in ihrer individuellen Persönlichkeit entwickeln, wenn sie sich selber aktiv und kreativ an der Gestaltung des Schullebens beteiligen, z. B. durch Übernahme von Ämtern, durch Mitbestimmung bei der Unterrichtsplanung oder Engagement in Andachten und besonderen Veranstaltungen wie Schülerschule, Aktionstagen und Schulfesten. Das muß sich auch auf das scheinbar so Äußerliche des Umgangs mit dem Schulhaus, dem Schulgelände, Tischen, Stühlen, Schränken, Klassenbüchern, Blumen usw. auswirken. All dieses soll dem Ziel dienen, sich in seiner Schule zu Hause zu fühlen.
Die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, aber auch Aktivität und Kreativität setzen die Fähigkeit zu Einfühlung in andere voraus, die nur auf der Basis von emotionalen Bindungen und durch deren bewußtes Erleben gewonnen werden kann. Gar zu leicht führt in einer Institution, die stark von Leistung und Zwängen geprägt wird, Emotionalität ein Schattendasein. Wenn es der Schule wirklich um die Menschen und nicht um bloße Verwaltung uns Sollerfüllung geht, muß sie die hierin liegende Spannung erkennen und bearbeiten. Konstruktive Auseinandersetzung und Streit haben in ihr, vor allem während der pubertären Entwicklung, große Bedeutung.
Ein gutes Klima in der Schulgemeinschaft ist nur in dem Maß zu verwirklichen, in dem jeder Verantwortung sich selbst und dem anderen gegenüber empfindet, sein Handeln in einem dem anderen zumutbaren Rahmen gestaltet und zu seinem Handeln steht. Sollen möglichst alle Probleme offen diskutiert werden können, so bedarf es der Freiheitlichkeit. Kinder gehen aber im allgemeinen nicht aus freier Entscheidung in die Schule, sondern sind dazu verpflichtet. Zur Übernahme von Verantwortung sind sie, weil es diese ohne Freiheit nicht geben kann, nur begrenzt in der Lage. Die Schule kommt nicht ohne verbindlich geltende Regeln und organisatorische Strukturen aus, jedoch ist von Anfang an das Vorbild, das jeder für den anderen sein sollte, wichtiger.
Freiheit erweist sich darin, daß das Handeln der Lehrer, Schüler und Eltern kritisierbar und auch veränderbar ist. Äußere Autorität, der man sich aus funktionalen Gründen unterstellt, ist in Familie wie Schule unentbehrlich. Aber Entscheidungen können nicht allein mit dem Hinweis auf Verordnungen oder die Autorität des Amtes oder Familienoberhauptes gerechtfertigt werden. Erst durch einen entsprechenden Umgang mit den Ordnungen wird es möglich, daß nach dem Vorbild der Lehrer und Eltern die Schüler - je älter, desto stärker - verantwortlich handeln. Das heißt ganz konkret auch, daß Verantwortung delegiert werden kann vom Klassenlehrer auf die Schüler, vom Fachleiter und vom Schulleiter auf die Kollegen, kurz: daß man auch dem anderen etwas zutraut. Wenn die Partner dieses Angebot verantwortungsbewußt aufgreifen, kann mehr an Verantwortung und Entscheidungsbefugnis abgegeben werden und sich dadurch mehr Mitverantwortung für alle Beteiligten entwickeln. Ein Mindestmaß des Sichhineindenkens der Schüler und Lehrer auch in die Funktion der Vorgesetzten (der Lehrer und der Schulleitung) ist unentbehrlich. Praktizierte Mündigkeit ist eine nie bewältigte Aufgabe, die des Engagements aller Beteiligten bedarf. Mit dem Verzicht nur des einen auf das Recht, die Vorgänge zu bestimmen, ist nichts gewonnen. Es kommt viel mehr auf das Menschliche als auf Institutionalisierungen an, die das Menschliche, so gut sie gemeint sein mögen, gerade ersticken können. Der beste Wille von Schulleitung und Lehrern, Raum für eigenverantwortliches Handeln zu geben, nützt nichts, wenn dieses nicht an der Basis erprobt wird.
Dabei muß bei den Schülern natürlich das jeweilige Alter beachtet und kann der Bereich der Verantwortung erst allmählich ausgeweitet werden. Insbesondere sollte die Übernahme von Verantwortung für jüngere Schüler durch ältere, vielleicht in Form von Patenschaften, z. B. bei Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Klassen und einzelnen Schülern und bei der Einführung in die Arbeit des Schülerrats, mehr und mehr zu einer Selbstverständlichkeit werden. Eigenverantwortlichkeit ist auch im Umgang mit der Sauberkeit erforderlich, indem jeder mehr und mehr lernt, sich auch in dieser Hinsicht in den anderen hineinzuversetzen, und zwar besonders auch in das Reinigungspersonal, dem keiner achtlos die Beseitigung von ihm verursachter Verunreinigungen überlassen darf.
Auch auf geistigem Gebiet müssen wir Verantwortung übernehmen. Die Rolle der Kirche, der Inhalt unseres Glaubens und unserer Verhältnis zu Andersgläubigen sind immer wieder neu zu durchdenken. Kritik an der Kirche muß ein konstruktives Mitdenken, eine Suche nach Wegen sein, die sie künftig gehen kann, um sich den Menschen wieder verständlicher zu machen und von ihnen als für ihre Orientierung im Leben brauchbar und nötig verstanden werden. Das sind Themen, die nicht nur den Intellekt bewegen. Besonders bei ihnen sind unsere eigenverantwortliche Aktivität und Kreativität gefragt. An ihnen zu arbeiten verlangt von Lehrern und Schülern bei aller zu beachtenden, vor Enttäuschung bewahrenden Nüchternheit Frische und Unternehmungslust anstelle schulmüder Resignation.
Ein besonderes Problem ist erfahrungsgemäß die Notengebung. Sie soll keinen Eigenwert haben, sondern ein Hilfsmittel sein, das behutsam und mit einem gewissen inneren Abstand gehandhabt und verstanden werden muß. Sie soll eine realistische Selbsteinschätzung der Schüler - der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten - ermöglichen. Auch das stille Mitdenken der Schüler, das sich in guten schriftlichen Arbeiten niederschlägt, kann im allgemeinen Teil der Leistungsbewertung nicht unberücksichtigt bleiben. So richtig es ist, stille Schüler zur unmittelbaren Beteiligung am Unterrichtsgespräch zu ermutigen, so sehr bedarf es auch des Respekts vor der Wesensart jedes einzelnen. Schlechte Noten und Nichtversetzung dürfen kein Urteil über den persönlichen Wert eines Schülers sein und sollten von den Schülern, Lehrern und Eltern auch nicht so aufgefaßt werden.
Anerkennung für positives Verhalten und Ermutigung zu ihm - vor allem durch die Art des persönlichen Umgangs miteinander - sollten an der Schule normal sein. Mitfreude an Erfolgen von einzelnen oder Gruppen im Sport, in der Kunst, bei Wettkämpfen, Wettbewerben und öffentlichen Auftritten wird durch die öffentliche Bekanntgabe und Würdigung, z. B. bei Beginn der Andachten, ermöglicht. Im Schulalltag wie allgemein im Leben muß man aber auch lernen, Mißerfolge zu ertragen. Jeder sollte sich bei uns auch hierbei der Toleranz und Solidarität der anderen gewiß sein können.
Die Schule soll und kann in einem bescheidenen Maß Geborgenheit bieten und zu einer Stütze der Orientierung für das Leben werden, in das hineinzuwachsen offenbar immer schwieriger wird. Wir wollen versuchen, Bedingungen herzustellen, unter denen sich Geborgenheit einstellen kann, und ihr, wo immer sie als Geschenk Gottes greifbar wird, nicht mit unserem Besserwissen, unserem Egoismus und unserem Ehrgeiz im Wege zu stehen.
Die Balance zwischen schwer erreichbar scheinenden Zielen und deren Verwirklichung immer wieder neu herzustellen, auch neue Ziele zu suchen, kann uns nur gelingen, wenn es als oberstes Gebot der Schulordnung gilt, den Nächsten in der Schule mit seinen speziellen Begabungen und Prägungen als Geschöpf Gottes zu lieben und zu achten wie sich selbst.
4. Perspektiven eigener Gestaltung
An einigen konkreten Stellen manifestiert sich Gemeinschaft in der Schule in besonderer Weise: Das sind einmal die auch sonst üblichen Aktivitäten, die über das alltägliche Unterrichtsangebot hinausgehen, wie Theaterspiel, musikalische Aufführungen (bei uns besonders auch das Tanzen), sportliche Aktivitäten z. B. in Schulmannschaften (bei uns traditionell besonders das Rudern), Schüleraustausch (z. Zt. mit England und Israel, vielleicht bald auch mit Rußland), und die Aufnahme von Gastschülern. Außerdem gibt es bei uns gewisse Besonderheiten, die wir weiter pflegen wollen:
Hierzu zählen die Tanz- und - in immer wieder zu erneuernder Anknüpfung an eine alte Tradition des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster - die Sängerfahrten sowie Arbeitsgemeinschaften, die sich mit der antiken Kultur beschäftigen, in die Anfangsgründe des Chinesischen und die chinesische Kultur einführen, und solche, in denen von und mit jüngeren Schülern philosophiert wird.
Neue Unterrichtsmodelle - z. B. fächerübergreifender und projektorientierter Unterricht -, Aktions- und Projekttage zu aktuellen Themen und die Schülerschule sind bei uns möglich. Sie sollen ein sichtbarer Ausdruck sein, daß Schüler im Sinn dieses Konzepts möglichst stets ihre eigene Aktivität als Ausgangs-, Kern- und Zielpunkt des schulischen Bemühens betrachten. Bei solchen Anlässen können sie noch offenkundiger als sonst eigene Interessen und Vorstellungen selbstbestimmt artikulieren und in eigener Verantwortung Lernen und Handeln organisieren. In dieser Richtung sind noch weitere Entwicklungen möglich.
Die die Evangelischen Schulen kennzeichnenden Andachten dienen dazu, immer neu den dargestellten Rahmen unseres Schullebens bewußtzumachen, und durch Besinnung auf das Evangelium zu ermutigen und Inhalte und Probleme der an diesem Rahmen orientierten Bildung direkt anzusprechen. Sie werden von Lehrern, Schülern, Gästen, manchmal auch aus anderen Religionsgemeinschaften, und öfter von Pfarrern Berliner Gemeinden gehalten.
Durch Beteiligungen an humanitären Hilfsmaßnahmen (Kollekten und Sachspenden) und durch die Übernahme von Patenschaften(z. B. für Schüler und Studenten in Südafrika) verpflichtet sich die Schulgemeinde konkret zu einem gemeinsamen verantwortlichen Tun, das praktische Folgen hat. In den Sozialpraktika erleben Schüler und Lehrer im Umgang mit behinderten Menschen die Vielfalt und den Wert menschlichen Lebens jenseits eines Leistungs- und Kosten-Nutzen-Denkens.
Seit einigen Jahren treffen sich in der Regel jährlich alle Klassensprecher und die Vertrauenslehrer zu einem Schülerratsseminar. Das ist eine Möglichkeit für die Schüler, intensiver als bei den regelmäßigen Schülerratssitzungen Themen, die innerhalb der Schülerschaft gerade von Bedeutung sind, zu diskutieren. Von diesen Treffen gehen oft Impulse für Aktivitäten (z. B. Aktionstage, Schulfeste oder Arbeitsgemeinschaften) aus. Angebote zur Schulung sinnvollen Freizeitverhaltens, auch im Zusammenhang mit der Gewalt- und Suchtprophylaxe, zu vermehren ist möglich und im Sinn dieses Konzepts. Die Lehrer werden weiter darum bemüht sein - und rechnen in diesem Bemühen mit Zustimmung und Rückhalt bei Schülern und Eltern -, sich für die genannten Aufgaben, die heute eher unter erschwerten Bedingungen bewältigt werden müssen, ständig noch besser zu qualifizieren, sich hierbei gegenseitig zu helfen und ihre innere Verbundenheit zu vertiefen. Eine Möglichkeit dazu bieten die zwei- bis dreitägigen Klausurtagungen, die das Kollegium seit den letzten Jahren in etwa anderthalbjährigen Abständen durchführt. Sie verbinden mit der gemeinsamen Fortbildung kollegialen Meinungsaustausch und gegenseitige Motivation.
Der Ausspracheabend gibt als offener Gesprächskreis für Schüler, Eltern und Lehrer allmonatlich Gelegenheit zum intensiven, freien Austausch von Erfahrungen und Meinungen meist über ein zuvor selbst gewähltes Thema. Hier können sich jenseits der Entscheidungszwänge der Gremien oder bestimmter Konfliktsituationen Gespräche zwischen den verschiedenen an der Schule vorhandenen Gruppen entwickeln und vorgefaßte Meinungen abgebaut, aber auch unterschiedliche Positionen erläutert werden.
Schulfeste, meist am Ende des Schuljahres als Abschluß der hinter Schülern und Lehrern liegenden Anstrengungen, stehen oft unter einem bestimmten Thema, zu dem die Klassen und Kurse bestimmte Angebote für die Besucher (Schüler, Eltern, Lehrer, Ehemalige und Freunde der Schule) vorbereiten. Dabei und bei vielen anderen Anlässen kommt immer wieder auch die enge Verbundenheit des Elternhilfswerks, der Stiftung Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster, der Streitschen Stiftung, des Vereins der Freunde des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster und der Vereinigung ehemaliger Klosteraner mit unserer Schule zum Ausdruck, die uns ermutigt und ohne deren Hilfe viele Projekte gar nicht durchgeführt werden könnten.
Bei all diesen Aktivitäten und bei der Arbeit der gemäß dem kirchlichen Schulgesetz vorhandenen Gremien ebenso wie in den persönlichen Gesprächen ist die tätige, beratende oder finanzielle Unterstützung durch die Elternschaft von grundlegender Bedeutung.
Sie ist unentbehrlich, und wir sind für sie dankbar. Von allen am Schulleben Beteiligten kann ein hohes Maß an Mitbeteiligung und Übernahme von Pflichten innerhalb der Verantwortungsgemeinschaft Schule verwirklicht und weiterentwickelt werden, wie es nach dem Wortlaut des Schulgesetzes und im Sinn evangelischer Schulen Eltern und Schüler erwarten dürfen.
5. Schluss
Wir sind uns bewußt, daß viele der hier genannten Zielvorstellungen nicht eine Besonderheit einer konfessionellen Schule sind und wir sie nur zum Teil verwirklichen. Aber es besteht an einer solchen Schule eine besondere Verpflichtung, mit ihnen bewußt und in ernsthafter Diskussion umzugehen. Jeder soll jeden in unserer Schulgemeinde ansprechen dürfen, und zwar nicht mit dem Vorwurf, Ideale nicht eingehalten zu haben, sondern mit der Ermutigung, sich selbst ehrlich und realistisch unter anderen Menschen, die auch nicht von Fehlern frei sind, die eigenen Mängel einzugestehen. Das ist, wie wir meinen, ein guter, für alle gangbarer und erfolgversprechender Weg.
© 2010 Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster
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