Home Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster
Home Kontakt Sitemap Impressum English Suchen
Fachbereiche
Deutsch
Englisch
Französisch
Griechisch
Latein
Erdkunde
Ev. Religionslehre
Geschichte
Weltkunde
Biologie
Chemie
Informationstechnische Grundbildung
Mathematik
Physik
Kunst
Darstellendes Spiel
Musik
Sport
Über die Schule
Fachbereiche
Menschen
AGs & Projekte
Vereine
SV Vostand

Home >> Fachbereiche >> Geschichte (GE) | Politikwissenschaft (PW) >> mehr

Geschichte
Pol. Weltkunde

Quizfrage

Auf dieser Seite veröffentlichen wir regelmäßig eine historische Quizfrage, entnommen mit freundlicher Genehmigung dem Newsletter des Brockhaus-Verlages. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie - angeregt durch diese Seite - daran teilnehmen und womöglich ein Buch gewonnen haben!


Unsere Quizfrage: Unter Dampf

Die Stadt, in der dieser kränkliche, leicht behinderte Junge aufwuchs, stand buchstäblich unter Dampf. Überall in den Fabriken trieben kleine und grosse Dampfmaschinen die Transmissionsriemen an, die ihrerseits Förderbänder, Werkzeug- oder Spinnmaschinen in ständiger Bewegung hielten. Die wirtschaftliche Produktivität erreichte bislang nie gekannte Höhen, bot einer wachsenden Bevölkerung Arbeit und Brot. Zugleich lag ein beissender Kohlequalm wie ein düsteres Leichentuch über ganzen Regionen. Die Fabrikanten sprachen von Fortschritt, auswärtige Besucher von einem Inferno, die Historiker rückblickend etwas neutraler von der industriellen Revolution. Es war eine Zeit, in der nicht Gelehrte an der Universität, sondern Privatleute - Fabrikbesitzer, Kaufleute, Ingenieure, reiche Bürger und bisweilen sogar einfache Arbeiter und Angestellte - das Tempo des wissenschaftlich-technischen Fortschritts bestimmten. Und der Lebenslauf des Gesuchten kann dafür als exemplarisch gelten.

Er hat nie eine reguläre Schule besucht, nie studiert. Sein Vater, ein vermögender Brauereibesitzer, liess ihn und seinen Bruder von Privatlehrern unterrichten. Während sein Bruder sich der Musik zuwandte, erwachte ihn ihm ein reges naturwissenschaftliches Interesse. Bereits als Jugendlicher begann er - unterstützt vom Vater - zu experimentieren. Und die Zeit war wie gemacht für Autodidakten. Wer sich als Privatmann aktülles naturwissenschaftliches Wissen erwerben wollte, der schrieb sich besser nicht an der Universität ein, sondern trat vielmehr einer der vielen naturwissenschaftlichen Gesellschaften bei, die allen Bürgern offenstanden.

Er begann auch, sich als Erfinder zu betätigen - sein Ziel: Die Dampfmaschinen der väterlichen Brauerei durch leistungsfähigere elektromagnetische Maschinen zu ersetzten. Drei Modelle konstruierte er, dreimal scheiterte er: Keine seiner Maschinen erwies sich als annähernd so effektiv wie die Dampfmaschinen. Aber genau dieses Scheitern führte zu einem entscheidenden Durchbruch in der Physik und Chemie. Denn als er nach den Ursachen forschte, kam er dem grundlegenden Zusammenhang von mechanischer Arbeit und Wärme auf die Spur. Seine Theorie gab einen völlig neuen Einblick in die Beschaffenheit von Wärme.

Seine Ideen stiessen auf Interesse, und der menschenscheue, stets um seine Gesundheit besorgte Forscher, sah sich von Einladungen für Vorträge und Angeboten für Posten in wissenschaftlichen Gremien überhäuft. Und je mehr er sich selbst als Naturwissenschaftler verstand, desto unwilliger erledigte er seine unternehmerischen Aufgaben. Schliesslich verkaufte er die vom Vater übernommene Brauerei und arbeitete in der Folgezeit praktisch unentgeltlich, bis sein Vermögen aufgebraucht war. Zu den gesundheitlichen Problemen und privaten Schicksalsschlägen kamen finanzielle Unsicherheiten. Erst im Alter billigte man ihm eine kleine Rente zu.

In der Wissenschaft aber blieb seine Leistung unvergessen. Wenige Jahre nach seinem Tod wurde eine wichtige Masseinheit nach ihm benannt. Ein Masseinheit, die übrigens nicht nur für Naturwissenschaftler oder Ingenieure von Bedeutung ist. Auch der ernährungsbewusste Verbraucher kann sie täglich auf den Nahrungsmittelkennzeichnungen der Verpackungen vorfinden.


Richten Sie Ihre Antwort mit Ihrer Adresse bis zum 14. Februar 2012 an:
Brockhaus

Unter den Einsenderinnen und Einsendern der richtigen Lösung verlost der Brockhaus Verlag zweimal das Werk >>Der Brockhaus Ernährung<<.

Die Auflösung der letzten Quizfrage:
Die Autorin, die so gar nicht an Gespenster glaubte, war Annette von Droste-Hülshoff, eigentlich Anna Elisabeth Freiin von Droste zu Hülshoff (1797-1848).


© 2012 Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster  email