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Letters from students abroad
Jeanne G.
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Dorset 2001
Hallihallo!
Ich bin im Juli aus England zurückgekommen, wo ich ein Jahr lang gelebt und gelernt habe. Ich war in einem Internat in einer kleinen Stadt (relativ zu Berlin gesehen also auf dem Dorf!) in Dorset (Südengland) untergebracht. Das war für mich als Einzelkind natürlich eine völlig neue Erfahrung, hat aber riesig Spaß gemacht. Einerseits konnte ich zwar endlich mal Sachen machen, die meine Eltern so wahrscheinlich nicht gewollt hätten, andererseits waren die Internatsregeln aber auch ziemlich streng. Wer konnte schon damit rechnen, dass man um halb 11 das Licht ausmachen muß, und zu den Jungen nicht mal tagsüber in die Zimmer konnte?!
Aber man muss sich schließlich anpassen, und so konnte sogar ich dazu gebracht werden, Tee ohne Milch zu trinken und morgens regelmäßig zu frühstücken... Essen gab es sowieso regelmäßig dreimal am Tag, und auch wenn es ziemlich unwahrscheinlich klingt, so war das Internatsessen doch einigermaßen auszuhalten. Gelebt habe ich übrigens in einem Viererzimmer mit Mädchen in meinem Alter, so dass der erste Kontakt nicht schwer fiel.
Soweit zum Internat. Unter der Woche hatten wir bis ca. halb 4 Schule, das war gewöhnungsbedürftig, aber mit "Lunchbreak" durchaus zu ertragen. Der gesamte Tagesablauf war sowieso durch das Internat vorgegeben. Zum Beispiel mussten wir zwei Stunden abends auf die Zimmer gehen und Hausaufgaben machen, was nicht unbedingt schlecht war, da man nicht wenig aufbekam. Aus dem Jahr ausruhen wurde dementsprechend nichts. Im Gegenteil, ich habe in England so viel gelernt, wie sonst noch nie. Probleme mit dem Anschluss hatte ich am Kloster jedenfalls nie. Ein angenehmer Nebeneffekt ist dazu, dass ich jetzt meine AS-Level, also so eine Art halbes Abi in Bio, Mathe, Englisch und Kunst habe. Das bringt mir zwar konkret nicht viel, aber immerhin macht es einen guten Eindruck auf späteren Bewerbungen!
An den Wochenenden wurden vom Internat verschieden Trips in die nächst größeren Städte angeboten, zum Beispiel Salisbury, Bath, Bournemouth oder Yeovil. So konnte ich mich am Wochenende manchmal mit Shoppen oder Kino in Laune halten. Abgesehen mal davon, dass wir am Sonntag ausschlafen konnten! Ja, so lernt man seine Grenzen kennen, aber ich habe nicht eine Minute bereut.
Dazu trugen bestimmt auch die netten Leute einen wesentlichen Teil zu bei. Das Internat ist für Schüler zwischen 10 und 19 Jahren, somit also mit sehr unterschiedlichen Altersgruppen besetzt. Außerdem war ich bei weitem nicht die einzige Ausländerin. Das hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass ich jetzt Kontakte in Portugal, Hong Kong, Kenia und Frankreich habe. Ich habe auch immer noch sehr guten Kontakt zu vielen Leuten, die Beziehungen aus Barton Hill (so heißt das Internat) sind als langlebig bekannt.
Wenn man ein Jahr lang in einem Haus zusammenlebt und sich fast 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche sieht, schweißt das natürlich auch zusammen!!!
Abschließend kann ich sagen, dass mir das Jahr einen Heidenspaß gemacht hat, ich aber trotzdem viel gelernt habe.
Der einzige Nachteil, der mir spontan einfällt, ist der, dass mich die Leute aus dem Englisch- Leistungskurs heute noch teilweise nicht verstehen. Einen starken Akzent kann ich euch jetzt schon garantieren. Und im Gegensatz zum Nordenglischen (siehe Wiebke Aulbert) ist der Südenglische Akzent ziemlich "posh", d. h. vornehm und ein bißchen arrogant. Er wird aber hauptsächlich von der oberen Mittelschicht gesprochen und ist auch in weiten Teilen Londons gebräuchlich.
Aber wenn die Leute mit ihrem amerikanischen Akzent das nicht verstehen, ist das wohl klar. England ist eben etwas Besonderes und ab und zu ziemlich "strange".
God save the Queen!
Take care, love
Jeanne G.
Kontakt:
Mrs. Ball
Barton Hill House
Barton Hill
Shaftesbury
SP7 8DQ
Dorset (UK)
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