Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster Fachbereich Englisch
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Letters from students abroad

Manuel A.

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California 1999/2000

Hallihallo!
Mir geht es richtig gut! Da ich der erste Austauschschüler meiner Gastfamilie bin und sie sich auch relativ spontan entscheiden mussten, einen aufzunehmen, sind sie ziemlich locker an die ganze Sache herangegangen, ohne große Vorbereitungen. Ich war von Anfang mehr ein Familienmitglied und weniger "the exchange student from Germany".

Eine Sache, die am Anfang ziemlich ungewohnt für mich war, ist die Religion meiner Gastfamilie. Als Mormonen haben sie in einigen Bereichen einen anderen Glauben als ich, obwohl sie sich durchaus als Christen bezeichen. In der Schule sind mir öfters Kommentare wie "Na, wie ist es so, in einer Sekte zu leben?" oder "Haben sie Dich schon bekehrt?" entgegengeschallt. Ich habe eigentlich keinerlei Probleme mit dieser Religion. Ganz im Gegenteil, ich finde es eher spannend, etwas Neues zu entdecken und gehe deshalb sowohl in meine eigene Kirche (Lutheran), als auch in die meiner Gastfamilie.

Meine High School ist richtig lustig. Bei 2.700 Schülern kann man so gut wie täglich neue Leute kennenlernen. Ich muss zugeben, dass ich das amerikanische Schulsystem anfangs schon irgendwie unterschätzt habe. Aber spätestens als ich das erste Mal bis 1:30 an den Hausaufgaben saß, habe ich gemerkt, dass man sich schon ein bisschen anstrengen muss. Leider geht das meiste der Zeit für "busy work" drauf, das sinnlose Ausfuellen von noch viel sinnloseren Arbeitsblaettern. Mit ein bisschen weniger "busy work" und deutlich mehr Klassendiskussionen, wäre die Schule perfekt.

Ach ja, solltet Ihr noch ueberhaupt nicht wissen, wo in den USA ich gelandet bin, ich lebe in Porterville, einer Stadt mit 35.000 Einwohnern genau in der Mitte von Kalifornien. L.A. ist drei Stunden entfernt, San Fransisco fünf Stunden, der Pazifik drei Stunden und die Sierra Nevada zehn Minuten. Kalifornien ist richtig spaßig! Beach girls und Surfer sind zwar weit entfernt, aber allein das Wetter und der ganze kalifornische Lifestyle machen einen total gluecklich!

Vor einer Woche war "Hearts and Flowers", der Frühlingsball meiner High School. Es ist der einzige Ball im Jahr, an sich die Mädchen um Date, dinner etc. kümmern. Es war ganz lustig, obwohl mein Date nicht gerade die Frau meiner Träume war.

Ich fuehle mich mehr und mehr komfortabel mit meinem Englisch. Allerdings muss man viel Geduld haben. Meiner Meinung nach kann man es nicht von einem Tag auf den anderen lernen. Es dauert mindestens ein halbes Jahr!

Soweit dies von mir! Viele Gruesse und bis zum Sommer!

Manuel