Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster Fachbereich Englisch
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Letters from students abroad

David K.

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Tipps für ein Austauschjahr

Welche Schulform sollte man wählen?
Ein Internat oder eine teure Privatschule kann zwar eher den hohen Bildungsstandard des Grauen Klosters erreichen, dennoch gibt es hier auch einige Nachteile. Für ein gutes Internat muss man wohl mindestens 20.000 € pro Jahr hinblättern, was von den meisten Familien nur schwer aufgebracht werden kann. Fraglich ist auch, ob man so viel von der neuen Kultur erfahren kann. Die meisten Internate liegen nämlich abgeschottet "in the middle of nowhere", sodass man wenig mit Menschen außerhalb der Schule in Kontakt kommt.

Eine staatliche Schule wird bei weitem nicht den Unterrichtsstandard unserer Schule erreichen, aber sie bietet einem andere Möglichkeiten. Hier ist man mit Einheimischen zusammen, kann deren Lebensart und Sitten hautnah erfahren und muss sehr flexibel sein, sich in das neue Schulklima einzuordnen. Zwar werden einen die meisten Klassen, auch wenn sie im AP-Level (ein fortgeschrittenes Niveau) unterrichtet werden, wenig fordern, aber man kann dann umso mehr Zeit verbringen, sich mit neuen Freunden zu treffen. Die Mitschüler werden einen freundlich und offen begrüßen. Schließt man sich ihnen an, wird man schnell Freunde finden und die neue Kultur kennen lernen. Die öffentliche Schule ist auch bedeutend billiger.

Schulische Leistungen
Viele Schüler machen sich vor dem Jahr Gedanken um ihre schulischen Leistungen. Werden sie es denn überhaupt schaffen, sich nach dem Jahr wieder in der alten Klasse einzufinden? Kann man überhaupt ein ganzes Jahr versäumten Unterrichts aufholen? Das Graue Kloster eröffnete uns die Möglichkeit, für ein Jahr wegzugehen, und es wird uns auch wieder aufnehmen. Natürlich wird man hier und da mehr arbeiten müssen, aber die Erfahrung zeigt, dass man noch ein sehr gutes Abitur machen kann. Die elfte Klasse in unserem Schulsystem ist eine Phase der Neuorientierung. Die Lehrer wissen ja, dass man für ein Jahr weg war, und nehmen anfangs auf einen Rücksicht.

Ob man eine private oder eine staatliche Schule besucht hat, wird in der alten Klasse schulisch keinen großen Unterschied machen, da im neuen Schuljahr alle neuen Unterrichtsstoff lernen müssen. Nach der Wiederkehr in Berlin wird man, egal welche Schule man im Ausland besuchte, einiges nachzuholen haben, womit man schon in den Sommerferien anfangen sollte. Durch das Austauschjahr hat man gelernt, flexibel zu sein. Diese Fähigkeit sollte man auf dem Grauen Kloster nutzen, und der Einstieg wird leicht fallen.

Die Gastfamilie
Wir alle haben Schreckensgeschichten von schlechten Gastfamilien gehört. Man sollte sich aber nicht davor fürchten. Deine neue Familie wird sich freuen, dich aufnehmen zu können. Natürlich ist es für sie schwer, einen neuen Menschen aufzunehmen. In den meisten Fällen lässt sich das gut meistern. Selbst wenn es einmal zu Differenzen kommen sollte, wird das Jahr auf keinen Fall zur Hölle, denn die meisten Organisationen ermöglichen einem den Wechsel der Gastfamilie.

Auf die Erfahrungen in meiner Gastfamilie würde ich auf keinen Fall verzichten wollen. Zwar gab es gelegentlich Schwierigkeiten wegen verschiedener Lebensauffassungen oder des Zusammenwirkens der deutschen und, in meinem Fall, der amerikanischen Kultur, aber die meisten Stunden sind schöne Stunden gewesen. Man kann sich mit seinen Gasteltern über alles unterhalten, findet vielleicht andere Einstellungen vor, als die eigenen Eltern sie haben. Die Liebe, die man dort von völlig unbekannten Menschen erfährt, ist unbeschreiblich und wird man nie wieder vergessen.

Man muss sich auch persönlich neu ausrichten. Viele Hobbys oder auch nur persönliche Eigenarten, die einem in Berlin ans Herz gewachsen sind, muss man vielleicht aufgeben und sich Neues suchen. Man wird bald feststellen, dass man ein neues Ich entwickelt, indem man an sich selbst Sachen entdeckt, von denen man nicht einmal geträumt hätte.

David K.