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von Philipp Eigmüller und Sven Puppel
Interview mit Thomas Gärtner
Ein Interview mit Thomas Gärtner, dem netten Lehrer, der immer mit dem rechten Augen blinzelt. ;-)
Reporter: Sie sind ja schon seit einer geraumen Zeit am Kloster, was haben sie denn vorher so gemacht? Geben sie uns doch einen kurzen Lebenslauf.
Unser Opfer (Gärtner): Ich wurde 1951 geboren und bin damit 46 Jahre alt. Nach meinem Studium war ich 10 Jahre Pfarrer in Kreuzberg mit den Schwerpunkten Kindertagesstätten, Kulturarbeit, kirchliche Sozialstation und Beerdigungen.
R.: Beerdigung?
G.: In Kreuzberg gab es damals für jeden Kollegen 4-5 Beerdigungen pro Woche, das lag am hohen Altersdurchschnitt ca. 80 Jahre. Das war schon ziemlich viel Arbeit.
R.: Aha!
G.: Danach war ich zehn Jahre am Oberlinseminar, eine Fachschule für Sozialarbeit. Dort ging es hauptsächlich um den Dialog zwischen Theologie und Humanwissenschaften. Also die Auseinandersetzung von Religion mit Psychologie oder Philosophie. Schließlich bat mich das Konsistorium ans Kloster zu gehen. Seit Mai bin ich hier fest angestellt mit einer ? Stelle. Dazwischen war ein fließender Übergang von zwei Jahren, wo ich an beiden Schulen unterrichtet habe. Außerdem bin ich auch noch Landesschulpfarrer von Berlin und Brandenburg mit einer ? Stelle.
R.: Was sind ihre Aufgaben als Landesschulpfarrer?
G.: Ich bin für die Konzeption und Organisation von Andachten verantwortlich, aber auch Ansprechpartner für Schüler und Lehrer in diesem Bereich.
R.: Und wie finden sie ihren Job, ähh, ihre Stelle?
G.: Super.........toll!!!!
R.: Was denken sie könnte man an unserer Schule besser machen, was hat sie für Nachteile?
G.: Die interdisziplinäre Arbeit kommt an dieser Schule zu kurz. Es fehlt einfach die gemeinsame Planung. Die Fachschaften sind zwar untereinander abgesprochen, aber darüber hinaus ist Absprache ein Fremdwort. Das war am Oberlin besser, natürlich war dies auch eine kleinere Schule. Außerdem könnte man der Planung und Durchführung von Projekten mehr Bedeutung zukommen lassen. Als konkreten Anlaß könnte man das Jubiläum der Schule in 2 Jahren nehmen. Und nicht nur unsere Schule nach außen zu repräsentieren, sondern sich selbst mit ihr auseinanderzusetzen.
Was finde ich noch schlecht hier, hmmmmmmmmmm. Sonst bin ich mit der Schule ganz zufrieden.
R.: Was halten sie von den Schülern?
G.: Das Sozialverhalten ist gut. Die Schüler sind erfrischend normal entgegen der Vorurteile, die teilweise im Kollegium und der Öffentlichkeit vorherrschen.
R.: Was sagen sie zu dem Thema Kloster eine Eliteschule?
G.: Die Schüler leisten viel (Anmerkung der Reporter: insbesondere wir), sie wollen viel wissen, brauchen immer viel Futter.
R.: Kommen wir mal zu dem privaten Thomas, was machen sie denn so?
G.: Ich lese gerne Kriminalromane und habe Suchtstrukturen in Richtung Arbeit. (ein kleiner Workaholic)
Ich bin geschieden, was auch damit zu tun hat das ich als Pfarrer private Beziehungen vernachlässigt habe.
Ich habe 3 Töchter auf die ich sehr stolz bin, die älteste ist im 1.Sem und im Vorstand des Landesschülerausschuß. Die anderen beiden (Zwillinge) gehen auf ein Sportgymnasium 10.Klasse. Meine Töchter wohnen mal bei mir mal bei ihrer Mutter. Außerdem muß man sich auch noch immer wieder an neue Dinge gewöhnen.
R.: Die wären?
G.: An die jungen Männer die jetzt bei mir vorbeischauen.
R.: Nun gut - was ist für sie der Sinn des Lebens?
G.: Für mich ist der Sinn des Lebens Schülern Rechenschaft abzulegen, woher ich komme, wo ich genau stehe, und warum ich tue was ich tue. Außerdem müssen wir uns immer wieder vergegenwärtigen, wie wir die in der jüdisch-christlichen Tradition beschriebene Freiheit in die Gegenwart kriegen.
R.: Nun zu ein paar philosophischen Fragen. Was würden sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
G.: Ja also a) Papier und Bleistift. b) Die Werke von Umberto Eco (z.B. Im Namen der Rose) c) Fernseher mit Kabel für Fußball.
R.: Von welchen Vereinen sind sie Fan?
G.: So gefragt von Türkiyem Spor (türkischer Sport), mein Kreuzberger Heimatverein, und Vfb Stuttgart.
R.: Und zum Schluß noch eine kleine Anekdote aus ihrem Leben.
G.. Am Buß und Bettag beim Gottesdienst ist unter mir die Kanzel zusammen gebrochen, das wird wahrscheinlich das einzige sein woran sich die Leute erinnern und nicht an den Inhalt der Andacht.
R.: Wir danken ihnen für das Interview.
© 2010 Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster
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