Gedenkveranstaltung zum zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel; 10. Oktober 2025
Am 10. Oktober 2025 konnten Schüler:innen des 12. Jahrgangs des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster mit begleitenden Lehrkräften auf Einladung von Cornelia Seibeld, der Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, an der dortigen Gedenk- und Diskussionsveranstaltung zum zweiten Jahrestag des Überfalls der Terrororganisation Hamas auf Israel teilnehmen.
Besonders eindrücklich waren die Berichte der Zeitzeug:innen des Hamas-Angriffs am 7. Oktober 2023, darunter Ofir Amir, des in Berlin geborenen Gründers des Nova-Festivals, der die Attacke schwer verletzt überlebte und die Ausstellung „Nova Exhibition“ entwickelt hat, die zum Jahrestag auf dem Gelände des früheren Flughafen Tempelhof eröffnet wurde.
Eine ganz wichtige Botschaft dieses Panels war, dass die Überlebenden trotz ihrer traumatisierenden Gewalterfahrung klar für eine friedvolle Koexistenz von Israelis und Palästinensern plädierten: So äußerte sich auch Tlalit Kitzoni, die den brutalen Angriff auf ein Kibbuz überlebte und davon berichtete, dass sie in ihrer neuen Heimat Berlin aufgrund ihrer Herkunft oft Misstrauen und Anfeindungen begegne.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurde die besorgniserregende Zunahme antisemitischer Gewalt in Deutschland thematisiert, die sich nicht erst seit der militärischen Intervention Israels in Gaza beobachten lässt. Der in Berlin lebende israelische Rapper Ben Salomo, der sich seit vielen Jahren um Bildungsarbeit und Prävention gegen Antisemitismus in Deutschland verdient macht, legte davon eindrucksvoll Zeugnis ab.
Im Gespräch der Politiker:innen und Expert:innen mit den Schüler:innen wurde dabei deutlich, dass eine Kritik an der Politik Israels, der militärischen Intervention in Gaza und der daraus resultierenden humanitären Katastrophe durchaus zulässig ist, sofern sie nicht darauf abzielt, die Gräueltaten der Hamas im Sinne einer Täter-Opfer-Umkehr zu legitimieren oder das Existenzrecht Israels grundsätzlich infrage zu stellen.
Bei der Veranstaltung wurden Probleme angesprochen, die am Grauen Kloster als Querschnittsthemen der Fächer Geschichte, Politik und Religion behandelt werden: Die Aufklärung über Formen von Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart; die historische Genese des Israel-Palästina-Konflikts; und schließlich Perspektiven für eine politische Lösung des Konflikts im Sinne einer Zwei-Staaten-Lösung.
Über die Veranstaltung berichtete auch die Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/rbb-abgeordnetenhaus-ueberlebende-der-hamas-attacke-fuehlen-sich-in-berlin-unsicher-100.html





