Holocaust-Gedenktag 2026: Exkursionen und Workshops am 27. Januar 2026

IVc: Vereist, nicht vergessen: Stolpersteine auf den Wegen des Erinnerns

Die Schüler:innen der IVc folgte an diesem Tag den verschneiten Straßen Schmargendorfs, auf Spurensuche an Orte, die sonst den Schulweg säumen. Momente, kleine Male, an denen man im Alltag oft vorübergeht: Diesmal blieben wir stehen. Bemerkten das Messing unter dem Eis dort, wo die Familie Lipski Hals über Kopf aus der Salzbrunner Straße herausgerissen wurde. Den Felsstein in der S-Kurve der Königsallee, wo Schergen der Organisation Consul Außenminister Walther Rathenau auf dem Weg zu seiner Arbeit ermordeten, den liberalen Demokraten und jüdischen Politiker, der die Versöhnung Weimar-Deutschlands mit seinen Nachbarn vorangetrieben hatte. Oder die Tafel mit den jüdischen Sportlern Berlins, denen all ihre Erfolge, Medaillen und Anerkennung nichts nutzte, als sie des Schutzes bedurft hätten. Eine von ihnen, Lilli Henoch, Weltrekordlerin und 10-fache Deutsche Meisterin des Berliner Sport Clubs, hatte Angebote aus dem Ausland abgelehnt, um bei ihrer Mutter in Berlin zu bleiben. Im so genannten „Judentransport“ am 5. September 1942 wurden beide in das Ghetto von Riga deportiert, das sie jedoch nie erreichten. Den Stolperstein von Clara Hammerstein befreiten wir direkt gegenüber vom jüdischen Kindergarten von seiner Eisschicht. Im frischen Schnee hinterlegten wir Rosen und zündeten am Wegesrand gemeinsam ein Licht.

Text u. Fotos: Oliver Schmidt u. Silke Hartmann

UIIIc: Mahnmal Gleis 17 am S-Bahnhof Grunewald

Fotos: Corinna Hogefeld

OIIIc: Gedenkstätte Plötzensee

Die OIIIc besichtigte am Holocaust-Gedenktag die offizielle Gedenkstätte Plötzensee. Dort begegnete die Klasse den Biografien der Menschen, die dort hingerichtet wurden und erkundete anhand der sehr beeindruckenden Bilder des österreichischen Künstlers Hrdlicka, wie die Evangelische Gemeinde in ihrer Kirche diesen Ort in ihrem Gedenken aufgenommen hat. Zum Abschluss besuchten wir noch die Katholische Gedenkkirche Maria Regina Martyrum. 

Fotos: Henriette Pohl

UIIb: Bonhoeffer-Haus u. Theodor-Heuss-Platz

Bei einer Besichtigung des Bonhoeffer-Hauses in Charlottenburg führte unsere ehemalige Lehrerin Ingrid Portmann die UIIb in das Leben und die Zeit Dietrich Bonhoeffers ein. „Ist das ein Mensch? Ja jeder!“ Der Titel von Primo Levis Buch lieferte das Motto des diesjährigen Holocaustgedenktages des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf auf dem Theodor-Heuss-Platz, an dem wir danach teilnahmen.
Fünf Schüler der UIIb haben nach den Beiträgen anderer Schulen, die das Motto historisch bzw. gesellschaftlich betrachteten, die ganz persönliche Sicht ihrer Klasse zu dem Motto vorgetragen. Sie endeten mit den Worten: „Ich will, dass hier jeder sicher als Mensch leben kann, als Mensch geachtet wird, auch wenn er anders ist als ich. Ich wünsche mir, dass alle, wirklich alle, auf die Frage „Ist das ein Mensch?“ immer „Ja, jeder!“ antworten und danach leben.“ Im Gottesdienst am Ende des Halbjahres werden wir das Thema noch einmal für alle in den Mittelpunkt stellen.

Fotos: Via Lupina, Text: Susanne Dannenmann

11. Jg.: Archiv des Jüdischen Museums

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